Über meine Malerei

Südliches Licht, Farbenpracht und Formenreichtum der Vegetation auf den kanarischen Inseln haben meine Malerei geprägt. Viele Sommer habe ich auf der Insel La Palma verbracht. Auch meine Reisen nach Südeuropa, Marokko und China haben meine Bilder nachhaltig beeinflusst, was sich auch in den Bezeichnungen der Zyklen widerspiegelt.

Über viele Jahrzehnte habe ich meine Farben aus reinen Pigmenten selbst hergestellt. Aktuell bevorzuge ich wieder Gouache für meine Arbeiten.

Der eigentliche Malakt spielt eine wesentliche Rolle in meiner Malerei. Ausgehend von einer Idee durchläuft das Bild viele Stadien, bis es sich durch Auftragen, Wegnehmen und Übermalen der Farben zum endgültigen Bild mit seinem besonderen Farbklang verdichtet. Dieser Farbklang kann warm, kühl, zart, satt, schrill, gedämpft, dunkel, licht und strahlend sein.

Inspiriert von der Natur erfinde ich neue Formen, die manchmal an Bekanntes erinnern, aber in ungewöhnlicher Farbigkeit oder Lage im Bildraum fremdartig erscheinen. Es entstehen Kompositionen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit.

Neben meiner Malerei nimmt die Musik einen zentralen Platz in meinem Leben ein - seit meiner Kindheit spiele ich Querflöte. Musik und Malerei sind für mich zwei verwandte Seiten des menschlichen Ausdrucks.

Seit 2011 arbeite ich immer wieder am Zyklus "Das stille Leben meiner kleinen Hausgeister". Hierzu angeregt hat mich meine Sammlung kleiner Figuren und Plastiken aus verschiedenen Erdteilen.

Seit 2017 integriere ich Elemente der Collage in meine Bilder und verwende textile Strukturen. Mit dieser neuen Serie knüpfe ich eine Verbindung zu meinen in den 1980ern gewebten Bildteppichen.

Renate Heidbüchel, 2020


paper & paper - leaves
2018
Eitempera/Bütten
H 50 x B 50 cm